Die Verbreitung von Benzin mit 10 Prozent Bioethanol (E10) steht kurz vor einem weiteren Aufschub. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle will Zeit gewinnen. Vor dem heute in Berlin statt findenden Benzingipfel bemühen sich die beteiligten Minister um Beharrlichkeit. Sowohl aus dem Landwirtschafts- wie auch aus dem Umweltministerium heißt es, man wolle an der Einführung von E10 festhalten. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, der seine Kollegen heute zum Benzingipfel geladen hat, bereitet jedoch schon auf einen weiteren Aufschub für E10 vor. Es könne sinnvoll sein, die Biotreibstoffmischung für eine "Atempause" auszusetzen, um in dieser Zeit die Autofahrer besser über E10 zu informieren, sagte Brüderle heute Morgen im Radioprogramm des SWR.

Sollte er sich heute durchsetzen, wäre das die zweite Verschiebung von E10. Bereits im Jahr 2008 hatte der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Einführung des Kraftstoffes gestoppt. Auch damals war eine Verunsicherung, ob Automotoren durch die Mischung geschädigt werden, voraus gegangen. Im Unterschied zu 2008 gibt es allerdings mittlerweile eine amtlich abgesicherte Kraftstoffnorm für E10. (sta)
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