ED-Getreideforum: Exporte werden Markt nicht entlasten

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Die Getreidevermarktung in der EU-25 im Wirtschaftsjahr 2004/05 wird nicht einfach. Das Angebot ist hoch, doch die Exportchancen reichen nicht zur Marktentlastung aus, erläuterte Rüdiger Wilke, verantwortlicher Getreidehändler bei Toepfer International GmbH, Hamburg, auf dem diesjährigen ED-Getreideforum am Montag in Hamburg. Die Weizenexporte der EU-25 werden im laufenden Wirtschaftsjahr 2004/05 von 7,2 Mio. t auf 13,5 Mio. t steigen. Ein wichtiges Käuferland an den Weltmärkten ist laut Wilke Ägypten mit einer Importmenge von 7,7 Mio. t Weizen (Vj. 7,4 Mio. t). Wichtigste Lieferanten sind die EU-25 mit 2,0 Mio. t (Vj. 0,2 Mio. t), die USA mit 2,2 Mio. t (Vj. 4,4 Mio. t) und Australien mit 2,0 Mio. t (Vj. 2,8 Mio.t) Weizen.

Hohe Frachten und der schwache Kursverlauf des US-Dollars belasten derzeit europäische Exporte. So kann französischer und deutscher Weizen in den ägyptischen Häfen bei den derzeitigen Frachtraten und Währungskonstellationen zu Preisen von 178,- bis 180,- US-Dollar/t bereitgestellt werden. Argentinischer Weizen, der im Dezember/Januar 2005 geerntet wird, kann dagegen für etwa 160,- US-Dollar/t cif Ägypten auf einem deutlich niedrigeren Niveau angeboten werden. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetzen, wird es für die europäischen Exporteure schwer, sich gegen die Konkurrenz aus Übersee und speziell aus Argentinien zu behaupten. Zumal der Exportüberschuss Argentiniens im laufenden Wirtschaftsjahr von 6,9 Mio. t auf 9,3 Mio. t steigen wird. Mehr zu dem ED-Getreideforum und den diskutierten Themen lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst. (Ps)

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