Für bestimmte Samensorten aus Ägypten gilt vorübergehend ein Importverbot in die EU. Mitgliedsländer müssen Bockshornkleesamen vom Markt nehmen. Die EU-Kommission verbietet bis zum 31. Oktober 2011 für bestimmte Samenarten und Bohnen aus Ägypten die Einfuhr in die EU. Die EU-Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, zwischen 2009 und 2011 eingeführte Bockshornkleesamen vom Markt zu nehmen und zu vernichten. EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli reagiert mit dieser Maßnahme auf Hinweise der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa). Sie hatte gestern bestätigt, dass der EHEC-Erreger auf Samen von Bockshornklee nachgewiesen wurde. "Die EU-Kommission wird die Lage auch weiterhin sehr genau überwachen und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahme ergreifen", kündigte Dalli das weitere Vorgehen an. In Deutschland stellte die Staatsanwaltschaft Oldenburg die Ermittlungen gegen den gesperrten Hof in Bienenbüttel ein. Dort waren mit EHEC-Erreger verunreinigte Sprossen gefunden worden.  

Unter das EU-Importverbot fallen Samen und Bohnen zur Sprossenherstellung von Hülsenfrüchten, Bockshornklee, Sojabohnen und anderen Ölsaaten aus Ägypten. Insgesamt führte die EU im vergangenen Jahr rund 49.000 t Samen und Bohnen im Wert von mehr als 56 Mio. € aus Ägypten ein. Die meisten Saaten zur Sprossenherstellung bezieht die EU aus Indien und China. (az)
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