Das Friedrich-Loeffler-Institut schließt einen Zusammenhang von Fütterung und
EHEC-Ausbreitung aus. Bei der Suche nach dem Ursprung des EHEC-Erregers gerät die Tierhaltung zunehmend ins Visier. So zitieren verschiedene Medien in diesen Tagen eine Studie von US-Wissenschaftlern der Cornell-Universität, die ein erhöhtes EHEC-Risiko mit der Verfütterung von Kraftfutter an Wiederkäuern in Verbindung bringt. Die Wissenschaftler hatten vor zehn Jahren festgestellt, dass sich bei Tieren, die von Natur aus Gras und Heu fressen, das Darmmilieu durch eine stärkereiche Getreidefütterung verändert. Das soll die Besiedlung mit EHEC-Bakterien begünstigen.

Dieses Ergebnis kann das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Insel Riems, allerdings nicht bestätigen. In einer Langzeitstudie des FLI wurden zwar bei 80 Prozent der Tiere toxinbildende E-Coli Bakterien festgestellt, erklärt eine Sprecherin gegenüber der agrarzeitung (az). Allerdings hätten weder die Art der Fütterung noch die Herkunft des Futters aus einer konventionellen oder ökologischen Erzeugung einen Einfluss auf das Vorkommen der Erreger. Für das Auftreten der gefährlichen Variante sei vielmehr die schnelle Veränderungsfähigkeit des Bakteriums verantwortlich. (kbo)
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