EHEC: Sprossen als Quelle im Verdacht


Der EHEC-Erreger könnte von einem Gärtnerhof aus Niedersachsen stammen. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stellt einen Zusammenhang zwischen einem Sprossenzüchter in Bienenbüttel im Landkreis Uelzen und dem EHEC-Ausbruch her. Das Unternehmen hat an die Gastronomie in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Niedersachsen geliefert. Die Gärtnerei erzeugt seine Sprossen aus einem „vegetarischen Gedanken" heraus und nutzt keine tierischen Düngemittel wie Gülle, Mist oder Horn. Der überwiegende Teil der vertriebenen Produkte stammt aus ökologischem Anbau.

Nach einem Anfangsverdacht wurden Proben entnommen. Erste Ergebnis werden voraussichtlich am heutigen Montagnachmittag erwartet. Auf Grund der "deutlichen Indizienlage" hatte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium die Öffentlichkeit bereits am Sonntag informiert und von einem Sprossen-Verzehr abgeraten. Dieses "Vorpreschen" wird von einigen Seiten als "unglücklich" kritisiert.  Blöd sei es, wenn sich das am Ende als halbwahr herausstellte, so der Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung beim Bundesverband der Verbraucherzentrale, Stefan Etgeton, heute im Deutschlandfunk.

Noch ungeklärt ist bisher, wie die toxischen Bakterien an die Sprossen gelangt sein können. Die Spekulationen reichen von mit Tierfäklien verunreinigtem Wasser, über kontaminierte Samenimporte bis zur mangelnden Hygiene von Mitarbeitern. Nach Angaben des niedersächsischen Ministeriums sollen zwei Mitarbeiter des Gärtnerhofs an Durchfall erkrankt sein.

Die Ermittlungen kreisen auch weiter um Gurken, Tomaten und Salat. Etwa 500 Proben wurden untersucht. Bisher wurde dort kein EHEC-Erreger gefunden. Die Empfehlung, Gurken, Tomaten und Salat zu meiden, bleibt allerdings weiter bestehen. (kbo)
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