EP fordert Überprüfung von Isoproturon

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Der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Isoproturon sollte bis Juli 2002 auf eine mögliche gewässergefährdende Wirkung hin untersucht werden. Dies forderte das Europäische Parlament (EP) in Straßburg. Im Zusammenhang mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie hatte die Kommission elf verschiedene Pflanzenschutzmittel als potenziell gefährliche Stoffe eingestuft. Für Isoproturon, das im Getreide- und im Maisanbau als billiges Herbizid eine große Rolle spielt, forderte die Kommission allerdings weder ein Verbot noch eine Überprüfung. Das EP will dagegen schärfer vorgehen.

Ob sich auch der Umweltministerrat der Meinung der Abgeordneten anschließt, ist fraglich. Der juristische Dienst des Rates meint, im Zusammenhang mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie solle nicht über ein Verbot von einzelnen Substanzen entschieden werden. Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln gibt es eine eigene Gesetzgebung. Schon darin wird gefordert, dass Pflanzenschutzmittel nicht ins Grundwasser gelangen dürfen. Isoproturon wird vereinzelt von der Oberfläche des Ackers in Flüsse, Seen und Talsperren gespült. Allerdings sei dies zumeist auf eine unsachgemäße Anwendung zurückzuführen, erklärte die biologische Bundesanstalt in Braunschweig. Es gebe schon zahlreiche Auflagen für die Anwendung von Isoproturon. So dürfe das Pflanzenschuztmittel nicht mehr im Herbst verwendet werden oder auf ungeeigneten Böden. Ein Totalverbot hält die BBA für unangebracht. (Mö)
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