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Für die Möglichkeit regional begrenzter Notimpfungen in noch nicht infizierten Gebieten gegen die Maul- und Klauenseuche hat sich am Donnerstag in Straßburg das Europäische Parlament (EP) ausgesprochen. Mit Hilfe solcher Impfpuffer solle die Ausbreitung der Seuche verhindert werden. Es gelte, Massenschlachtungen wie in Großbritannien zu verhindern, erklärten die Abgeordneten. Außerdem sollten möglichst schnell Marker-Impfstoffe entwickelt werden, mit denen einzelne geimpfte Tiere von infizierten unterschieden werden können. Dann hätten Impfaktionen nicht mehr solch gravierende Auswirkungen auf den Außenhandel. Das EP warf der Kommission Phantasielosigkeit bei ihrer "Nicht-Impfpolitik" vor. Diese entferne sich nicht nur vom Tierschutz, sondern habe auch dazu geführt, dass an Marker-Impfstoffen nicht geforscht worden sei. EU-Verbraucherkommissar David Byrne entgegnete, er habe schon immer Notimpfungen von gesunden Tieren als eine Art Feuerwand ins Spiel gebracht. Allerdings habe noch kein EU-Mitgliedstaat die Kommission aufgefordert, in dieser Richtung initiativ zu werden. Er machte zudem darauf aufmerksam, dass ein Impfen der wertvollen Rinder nicht ausreiche. In Großbritannien werde die Maul- und Klauenseuche hauptsächlich durch Schafe verbreitet. (Mö)
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