EPA startet Anhörung zu Ethanol

Die US-Umweltagentur EPA zeigt sich offen für die Diskussion um die Absenkung des Ethanolmandats. Sie sucht die Meinung der Fachleute.

Die Behörde startet eine öffentliche Anhörung zu Forderungen, die vorgeschriebene Beimischung von Biokraftstoffen in den USA vorübergehend abzusenken. Eine solche als „waiver" bezeichnete Befreiung von Pflichten haben die Gouverneure der US-Bundesstaaten Arkansas und North Carolina Mitte August in einer Petition gefordert. An der Anhörung kann sich jedermann für 30 Tage beteiligen, sobald sie im Register veröffentlicht worden ist. Dies ist in den kommenden Tagen zu erwarten.

Die EPA wiederum hat 90 Tage - also bis Mitte November - Zeit, um in Absprache mit dem Landwirtschafts- und Energieministerium in Washington zu entscheiden, ob die Petition der Gouverneure angenommen oder abgelehnt wird, beschreibt Gina McCarthy von der EPA das Prozedere. Die EPA würde eingreifen, wenn durch die bestehende Regelung ein erheblicher ökonomischer Nachteil für einen Bundesstaat oder die gesamte USA erkennbar wäre, erklärt McCarthy.

Sie erinnert daran, dass die EPA bereits 2008 eine ähnliche Petition bearbeitet hatte. Damals hatte der Gouverneur des US-Bundesstaates Texas gefordert, die Beimischungsverpflichtung für Biokraftstoffe zu halbieren. Die EPA hatte 2008 keine erheblichen ökonomischen Nachteile erkannt und das Gesuch abgelehnt. 

Möglicherweise kommt die EPA in diesem Jahr zu anderen Ergebnissen als im Frühsommer 2008. Damals war zwar mit der ersten Nahrungskrise auf internationaler Ebene die Diskussion „Tank versus Teller" entbrannt. In den USA brachte das Wirtschaftsjahr 2007/08 dagegen eine seither nicht mehr erreichte Maisrekordernte, so dass dort die Wogen weniger hoch schlugen.

Kräftig gestiegen ist seither in den USA der Maisverbrauch zur Ethanolherstellung. Beanspruchte er 2007/08 weniger als 24 Prozent der US-Maisernte, erreicht der Anteil in diesem Jahr nach den jüngsten Schätzungen des US-Agrarministeriums USDA fast 42 Prozent. Denn die US-Maisernte 2012 wird äußerst mager ausfallen. (db)
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