EU-Agrarminister gegen freien Mercosur-Handel


Eine Mehrheit der EU-Agrarminister lehnt Verhandlungen mit südamerikanischen Ländern über die gegenseitige Öffnung der Märkte ab. Sie fürchten wachsende Fleischeinfuhren. Die Landwirtschaft dürfe nicht wiederholt zum Spielball in festgefahrenen Handelsgesprächen werden, bemängelte der französische Agrarminister Bruno Le Maire am Montag in Brüssel. Zum Wochenanfang hat Jose Manuel Barroso die Verhandlungen mit den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay über ein Freihandelsabkommen eröffnet.

Die Kritik aus Frankreich wird von Polen, Italien, Irland, Belgien, Portugal, Luxemburg, Österreich, Rumänien, Griechenland, Slowenien, der Slowakischen Republik und Litauen unterstützt. Vor allem fürchten diese Länder zunehmende Einfuhren von hochwertigem Rindfleisch und von Geflügel aus Südamerika, wenn der Außenschutz der EU gesenkt wird. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sprach sich dagegen für ein Freihandelsabkommen aus, weil es ihrer Ansicht nach der gesamten Wirtschaft der EU zu Gute kommt. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos sagte zu, er werde sich für ein Ergebnis einsetzen, das für die europäische Landwirtschaft verträglich sei. (Mö)
stats