EU-Agrarrat: Polens Agrarminister attackiert Aigner

Der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki wirft Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner mangelnden Reformwillen vor. Deutschland wolle an der ungleichen Verteilung der Direktzahlungen in der EU kaum etwas ändern, kritisierte Sawicki auf dem Informellen EU-Agrarministerrat am Montag im belgischen Mechelen. Im deutsch-französischen Positionspapier würden zwar historische Kriterien für die Höhe der Direktzahlungen in Frage gestellt. Aber Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner wollte im Grunde kaum davon abrücken, betonte der polnische Minister. Es dürfe nicht sein, dass deutsche Landwirte 350 €/ha bekämen, polnische Landwirte 180 €/ha und Landwirte aus Estland lediglich 90 €/ha. Sawiki forderte eine einheitliche Flächenprämie für alle auf niedrigem Niveau. Ihr Einkommen sollten Landwirte über den Markt erzielen, betonte der Minister. Im Übrigen habe sich Polen lange darum bemüht, ein gemeinsames Positionspapier mit Deutschland und Frankreich zu entwerfen, sei aber von den anderen beiden Mitgliedstaaten nicht beteiligt worden. (Mö)  
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