EU-Anbau von Eiweißpflanzen und Ölsaaten ausdehnen

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Nachdem in Frankreich kein Tiermehl mehr an Schweine und Hühner verfüttert werden darf, stellt sich die Frage, wie Ersatz geschaffen werden soll. Kurzfristig können voraussichtlich nur höhere Sojaimporte aus Amerika die Lücke schließen. Mittelfristig will Frankreich den Anbau von Eiweißpflanzen und Ölsaaten in der EU ausdehnen. Das Blair-House-Abkommen beschränke den Anbau von Ölsaaten in der EU nur noch bis zur kommenden Ernte im Jahr 2001, erklärte dazu der Sprecher von Agrarkommissar Franz Fischler am Dienstag in Brüssel. Anschließend gebe es keine spezifische Ölsaatenprämie mehr, weshalb die Einschränkungen des Blair-House-Abkommens ab dann nicht mehr gelten würden. Der Ölsaatenanbau in der EU könne nicht über neue Sonderprämien gefördert werden, da dies automatisch Anbaubeschränkungen nach sich ziehe. Denkbar sei aber eine Förderung im Rahmen der Programme für die ländliche Entwicklung. So könne man über Prämien für erweiterte Fruchtfolgen nachdenken, womit der Ölsaatenanbau direkt unterstützt werden solle. Es sei Angelegenheit Frankreichs, sein Programm für die ländliche Entwicklung in dieser Richtung auszubauen, erklärte der Kommissionssprecher. (Mö)
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