EU-Braugerste mit viel Eiweiß


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Wie schon im Vorjahr ist die EU erneut von einer enttäuschenden Sommergerstenernte betroffen. Nach Einschätzung der Jochen Mautner GmbH, Düsseldorf, sind die Auswirkungen auf Menge und Qualität wieder beträchtlich. Ein hoher Eiweißgehalt ist das wesentliche Merkmal 2007. In den für den Anbau wichtigen Ländern der EU hat die Aussaatfläche an Sommergerste in diesem Jahr erneut um etwa 3 Prozent abgenommen, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Da die Erträge leicht über dem schwachen Vorjahr liegen würden, werde die Gesamternte an Sommergerste nur geringfügig das Vorjahresergebnis um 1 Prozent unterschreiten. Das Braugerstenaufkommen insgesamt schätzt Mautner höher ein als 2006. Ein Prozentsatz von durchschnittlich etwa 30 Prozent braufähiger Gerste könne aber nur dann realisiert werden, wenn die Industrie bereit sei, höhere Proteingehalte zu akzeptieren und zu verarbeiten.

In Deutschland hätten die regional unterschiedlichen Witterungs- und Bodenverhältnisse zu sehr heterogenen Qualitäten geführt. Rechnerisch ergebe sich hierzulande eine Braugerstenmenge von etwa 1,2 Mio. t. Für Dänemark erwartet Mautner eine Erntemenge ähnlich wie im Vorjahr. Die Qualitäten dort seien gut. Finnland berichte sogar von einer noch besseren Ernte als im Vorjahr. Bis jetzt seien dort allerdings erst 25 Prozent der Flächen abgeerntet. In Frankreich sei die Ernte noch zufriedenstellend ausgefallen. Allerdings ist der Proteingehalt laut Mautner auch in Frankreich ziemlich hoch. Großbritannien könne bis jetzt von sehr guten Resultaten berichten. Da aber in England noch 40 Prozent und in Schottland noch fast alle Gerste auf dem Halm stehe, lasse sich noch kein abschließendes Urteil bilden. Auch in Irland seien erst 60 Prozent der Flächen geerntet. Die Niederlande hätten die Erntearbeiten nahezu beendet. Dort werde ein Braugerstenanteil von etwa 110.000 t erwartet. (Sz)

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