EU-Einfuhrzoll für Zucker aus armen Ländern ab 2006 senken

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Über den freien Zugang der 48 ärmsten Länder der Welt zum europäischen Markt sollte möglichst auf dem EU-Ministerrat für allgemeine Angelegenheiten am 26. Februar entschieden werden. Die Kommission hat am Mittwoch der laufenden Woche ihrem Handelskommissar Pascal Lamy nun offiziell ein Verhandlungsmandat mit dem Rat erteilt, nachdem auf die Empfindlichkeiten der Mitgliedstaaten gegenüber zollfreien Einfuhren von Zucker, Reis und Bananen Rücksicht genommen werden darf. Schon zuvor hatte sich die Kommission bereit erklärt, das Ja für die endgültige Freigabe der Importe von Zucker und Reis von 2004 auf 2009 zu verschieben. Zwischen dem 1. Juli 2006 und dem 1. Juli 2009 sollen für die 48 ärmsten Länder der Einfuhrzoll für Zucker schrittweise gesenkt werden. Zum Ausgleich soll es bis zu der Periode der Zollsenkung Einfuhrkontingente geben. Für die zollfreien Importkontingente soll das beste Jahr seit 1990 herangezogen werden. Zudem soll das Kontingent jährlich um 15 Prozent erhöht werden. Bisher exportierten von den 48 ärmsten Ländern nur Somalia und der Sudan eine geringe Menge Zucker in die EU. (Mö)
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