EU-Kommission beklagt unfaire Handelspraktiken


Seit dem Anstieg der Lebensmittelpreise achtet die EU-Kommission noch mehr auf den Erhalt des Wettbewerbs. Dennoch kommt es zu bedenklichen Markkonzentrationen. Von 2004 bis 2011 haben die europäischen Wettbewerbsbehörden mehr als 180 Kartellfälle und fast 1.300 Fusionen untersucht, berichtet die EU-Kommission in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Die Wettbewerbshüter gingen 2009 gegen Preisabsprachen von italienischen Nudelherstellern vor und verhängten 2011 Strafen gegen britische Lebensmittelhändler, die ihr Angebot von Molkereiprodukten auf unzulässige Weise koordiniert hatten. Die Kommission gibt in ihrem Bericht unfaire Handelspraktiken vom Lebensmittelhandel gegenüber ihren Lieferanten zu. Solange diese unfairen Praktiken aber dem Verbraucher nicht schaden, seien sie durch das Wettbewerbsrecht kaum zu stoppen. Die Kommission rät in ihrem Bericht den Landwirten, sich  zusammenzuschließen, um ihre Position zu verbessern. Wenn Lebensmittelketten eine dominante Stellung bekämen, liege dies häufig an den örtlichen Behörden, die einen weiteren Zuzug behinderten, beklagt die Kommission. (Mö)
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