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Die EU-Kommission möchte die Stilllegungsrate für die Herbstaussaat 2007 und die Frühjahrsaussaat 2008 auf Null setzten, hat sie heute in Brüssel angekündigt. Einen offiziellen Vorschlag muss EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel noch mit ihren Kollegen in der Kommission abstimmen. Eine formelle Entscheidung kann ohnehin erst im Herbst getroffen werden. Da aber kaum mit ernsthaften Auseinandersetzungen gerechnet wird, senden Politiker jetzt schon entsprechende Signale an die Landwirtschaft. Die Kommission erwartet eine Mehrproduktion zwischen 10 und 17 Mio. t in der EU-27, wenn die Verpflichtung zur Brache fehlt. Auf die angespannte Lage auf dem EU-Getreidemarkt müsse es eine Antwort geben, begründetet Fischer Boel ihren Vorstoß, nachdem Verbände und einige EU-Mitgliedstaaten Druck gemacht hatten.

Fischer Boel sieht in einer Stillegungsrate von Null im kommenden Wirtschaftsjahr keine Grundsatzentscheidung. Ob am Instrument der Flächenstilllegung festgehalten werde, sei Thema für weitere Überlegungen im Jahr 2008. Dann stünde die Getreidepolitik insgesamt auf dem Prüfstand. Der französische Agrarminister Michel Barnier betonte, es handele sich um eine konjunkturelle Maßnahme für das kommende Wirtschaftsjahr. Frankreich möchte auch die Möglichkeit der Mengensteuerung nicht auf Dauer verzichten. (Mö)

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