EU-Kommission erhöht Druck auf Hersteller von Neonikotinoiden


Die EU-Kommission fordert Stellungnahmen von Herstellern der Neonikotinoide. Sie schließt ein Verbot der Insektizide nicht aus.

Die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) hat heute ein Gutachten veröffentlicht, das Risiken für Honigbienen mit der Verwendung von Neonicotinoiden in Zusammenhang bringt. Mit den synthetisch hergestellten nikotinähnlichen Insektiziden werden vor allem Saatgut von Raps und Mais behandelt. Die Efsa untersuchte Übertragungswege von Neonicotinoiden auf Bienen. Durch Rückstände im Pollen kämen die Wirkstoffe in die Bienen. Über Pflanzensäfte sei zumindest beim Mais auch eine Übertragung möglich.

Zahlreiche Agrarverbände haben in Brüssel kurz vor der Veröffentlichung des Gutachtens vor immensen Verlusten gewarnt, falls Saatgut nicht mehr mit Neonicotinoiden behandelt werden darf.

Wenn der Efsa-Bericht und folgende Studien die Risiken belegten, werde die Kommission angemessene Maßnahmen vorschlagen, kündigte ein Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg in Brüssel ein mögliches Verbot an.

Die Kommission habe deshalb an die Hersteller von Neonicotinoiden Briefe geschickt, führte der Sprecher aus. Bis zum 25. Januar sollten sich Bayer Crop Science und Syngenta zu ihren Produkten äußern. Mit den EU-Mitgliedstaaten will die Kommission im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette am 31. Januar den Fall besprechen. 

Das Unternehmen Bayer Crop Science äußerte sich umgehend zu dem Vorgang. Man prüfe derzeit die von der Efsa veröffentlichten Berichte und „sei bereit, mit der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten zusammenzuarbeiten und pragmatische Lösungen zu entwickeln, um auf die von der Efsa gesehenen Datenlücken einzugehen". Bei Syngenta Agro Deutschland weist ein Sprecher auf Unsicherheitsfaktoren hin, die Efsa selbst einräume. Bei korrekter Anwendung hätte der Syngenta-Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide „keinen negativen Einfluss auf die Bienengesundheit", betont der Sprecher.

Bayer Crop Science hebt zusätzlich hervor, dass die Verluste von Bienenvölkern durch eine Vielzahl von Faktoren bedingt seien, wobei die parasitäre Varroa-Milbe die Hauptursache sei. (Mö)
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