EU-Kommission räumt Interventionsläger


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Die EU-Kommission will schon in der nächsten Woche nähere Einzelheiten über geplante Ausschreibungen zum Verkauf von Weizen aus der Intervention in allen Mitgliedsländern bekannt geben. Erst vor kurzem hatte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischel-Boel agekündigt, die Interventionsläger zu räumen. Für eine gewisse Zeit wird es jetzt auch keine Zuschläge für den Export von Weizen oder Gerste aus dem freien Markt in Drittländer geben, hieß es im Verwaltungsausschuss Getreide am gestrigen Donnerstag. Ab heute wird es nicht mehr möglich sein, voraus fixierte Lizenzen bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn, und bei den Lizenzstellen in anderen EU-Ländern zu ziehen. Es werden jetzt Strichlizenzen erteilt, die nur noch eine Laufzeit von 60 Tagen haben. Die Kommission will damit spekulative Getreidekäufe unterbinden, da die normalen Lizenzen eine Laufzeit von laufendem Monat plus vier Monate haben.

Bei der ersten Ausschreibung von Roggen aus deutschen Interventionsbeständen wurden 23.898 t verkauft zum Preis von 140 €/t ab Lager. Insgesamt waren gleich am ersten Einreichungstag Gebote über rund 89.000 t mit Geboten von 108,00 bis 148,00 €/t abgegeben worden. Bei der zweiten Binnenausschreibung von Weichweizen aus Polen zur Verarbeitung von Mehl kam mit 128.225 t eine erstaunlich große Menge zu Stande, für die ein Preis von 150 €/t ermittelt wurde. Insgesamt wurden Gebote über 187.712 t abgeben. (da)

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