EU-Nahrungsmittelhilfe für Russland kritisiert

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Die europäische Nahrungsmittelhilfe für Russland kritisiert der Europäische Rechnungshof in Luxemburg in einem kürzlich veröffentlichten Sonderbericht. Die Rechnungsprüfer stellen in Frage, ob es 1999 überhaupt notwendig gewesen sei, Getreide und Fleisch in diesem Umfang zu liefern. Private Hilfsorganisationen hätten stattdessen eingreifen sollen, wo wirklich Not am Mann gewesen sei. Immerhin hält der Bericht der Kommission zugute, dass die Weizenlieferungen den Preisanstieg in Russland im Jahr 1999 gebremst hätten. Die Weizenpreise frei Mühle seien in dem Jahr von 33,- auf 101,20 Euro/t angezogen. Ein durch die Nahrungsmittelhilfe um 5 Prozent erhöhtes Weizenangebot habe noch drastischere Preissteigerungen verhindert.
Die Qualität des gelieferten Roggens sei zum Teil so schlecht gewesen, dass dieser nicht verbacken, sondern verfüttert worden sei. Im Schweinefleisch aus Belgien sei Dioxin gefunden worden, weshalb dieses Pelztieren zur Nahrung gegeben wurde. Probleme gab es auch mit dem Rindfleisch. Dieses sei zu sehr hohen Preisen verkauft worden, um das eigene russische Angebot nicht zu beeinträchtigen. Deshalb habe der Verkauf aber nur in begünstigteren Regionen funktioniert und nicht in den ärmsten. Zusammenfassend urteilt der Rechnungshof, dass man sich beim Fleisch anstelle von Hilfslieferungen auf die höheren Ausfuhrerstattungen hätte beschränken sollen. Die Ausfuhrerstattungen hätten den gleichen preismäßigen Effekt gehabt und wären zudem mit geringerem Aufwand verbunden gewesen. (Mö)
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