Eine europaweit einheitliche Kennzeichnung von Lebensmitteln rückt näher. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich auf gemeinsame Regeln geeinigt. Der Entwurf der Lebensmittelinformationsverordnung sieht zahlreiche Änderungen vor. Den Angaben des Bundesverbraucherschutzministeriums zufolge müssen zukünftig der Kaloriengehalt und sechs Nährstoffe verpflichtend in einer Tabelle dargestellt werden. Sämtliche Informationen sollen gut lesbar und in mindestens 1,2 mm großer Schrift gedruckt sein. Für Lebensmittelimitate gelten besondere Kennzeichnungsvorschriften. Unmittelbar in der Nähe des Produktnamens muss auf die Verwendung des Ersatzstoffes hingewiesen werden. Klebefleisch muss künftig mit dem Hinweis „aus Fleischstücken zusammengesetzt" kenntlich gemacht werden. Stoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen können, sind in der Zutatenliste besonders hervorzuheben. Die Herkunftskennzeichnung für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch wird verpflichtend. Für andere Fleischarten und für Fleisch als Zutat soll innerhalb von zwei Jahren über eine Regelung entschieden werden. Koffeinhaltige Lebensmittel werden mit Warnhinweisen versehen.

Das EU-Parlament wird voraussichtlich am 5. Juli über den Entwurf abstimmen. Die Verordnung könnte noch vor der Sommerpause in Kraft treten. Die Regelungen müssen spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten angewendet werden. Die Nährwertkennzeichnung wird nach fünf Jahren verbindlich, teilt das Ministerium weiter mit. (az)
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