EU-Vorschläge schwächen Landwirtschaft im Südwesten


Erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den EU-Vorschlägen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2014 sieht der Landesbauernverband in Baden-Württemberg e.V. (LBV). Das vorgesehene „Greening“ steht nach seiner Auffassung im Widerspruch zur weltweit wachsenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln. Die erzwungene Flächenstilllegung von sieben Prozent der Ackerfläche sieht er als verantwortungslos an.

Zusätzliche Reglementierungen wie Produktionsverzicht mittels „Greening“ seien angesichts hoher Produktionsstandards völlig unangebracht und bei einer Milliarde Hungernder auf der Erde unverständlich, wurde heute auf der LBV-Fachtagung über „Die EU-Agrarpolitik nach 2013 – Wohin geht die Reise?“ in Ingelfingen (Hohenlohekreis) deutlich.  Der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Hemmerling, vermisste auf der Veranstaltung im „Greening"-Vorschlag die Berücksichtigung der erfolgreichen Agrarumweltmaßnahmen auf freiwilliger Basis. Gerade Baden-Württemberg gelte als Vorreiter einer umweltschonenden Landwirtschaft in Europa.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) in Stuttgart bewertete die stärkere ökologische Ausrichtung der Agrarreform grundsätzlich positiv. Das MLR sieht jedoch in einzelnen Fragen des Greenings, insbesondere bei der Ausgestaltung der ökologischen Vorrangflächen und der Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete, erheblichen Nachbesserungsbedarf. Prof. Dr. Harald Grethe von der Universität Hohenheim schlug vor, die Direktzahlungen als Ausgleich für den Abbau der Preisstützung Anfang der 90er Jahre schrittweise abzubauen. Die Gelder sollten in der Zweiten Säule direkt an Leistungen für die Gesellschaft gekoppelt werden. (dg)
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