Die 28 EU-Länder exportierten 2014 Agrargüter und Lebensmittel im Wert von 122 Mrd. €. Die EU lag damit knapp vor den zweitplatzierten USA (221 Mrd. €) und deutlich vor Brasilien (62 Mrd. €) auf Platz 3. Der Sektor hatte einen Anteil an der EU-Gesamtexportmenge von mehr als 7 Prozent und erwirtschaftete einen Nettoüberschuss im Außenhandel von 18 Mrd. €, teilt die EU-Kommission mit. Die USA, Russland, China, die Schweiz und Japan sind aktuell die Top-Fünf Destinationen für Agrar- und Lebensmittelausfuhren aus der EU-28.

Russland trotz Embargo auf Platz 2

Mit einem Anteil von 13 Prozent an den Gesamtexporten sind die USA mit Abstand der wichtigste Handelspartner der EU. Auch wenn die Verhandlungen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen EU und den Vereinigten Staaten noch laufen, hat sich bereits jetzt der Agrar- und Lebensmittelhandel über den großen Teich intensiviert. Immerhin sind 2014 die Verkäufe in keiner anderen Top-Destination schneller angewachsen als in den USA, nämlich um 7 Prozent. Der zweitwichtigste Exportmarkt für die EU ist Russland, auch wenn der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte um 23 Prozent wegen des russischen Einfuhrembargos für bestimmte Erzeugnisse aus der EU eingebrochen ist.

Wein und Spirituosen sind wichtigstes Exportgut

"Spirituosen und Liköre" sowie "Wein, Cider und Essig"' zählten 2014 mit einem Anteil von jeweils 8 Prozent an den gesamten Agrar- und Lebensmittelausfuhren der EU-28 weiterhin zu den wichtigsten Exportgütern. Die höchsten Gewinne wurden dagegen mit dem Handel von Säuglingsnahrung, Milchpulver und Molke, Weizen, Schokolade und Süßwaren sowie Zubereitungen mit Gemüse, Früchten und Nüssen gemacht.

Auf der Importseite, hat die EU am Weltmarkt vermehrt tropische Früchte, Nüsse und Gewürze, Kaffee und Tee, Kakaoprodukte (Bohnen, Paste und Pulver) sowie Gemüsezubereitungen nachgefragt. Deutlich weniger Importe wurden bei Zucker und verschiedenen Ölsaaten registriert. Außerdem war die EU mit 3 Mrd. € wiederum der größte Importeur von Agrarprodukten und Lebensmitteln aus den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) und lag damit klar über dem Wert von USA, China, Japan, Russland und Kanada, die zusammen auf 2,5 Mrd. € gekommen sind. (az)
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