EU grundsätzlich gegen MKS-Impfungen

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Die EU will im Grunde an ihrer "Nicht-Impfpolitik" gegen die Maul- und Klauenseuche festhalten. Darauf haben sich die EU-Mitgliedstaaten am vergangenen Freitag in Brüssel im Ständigen Veterinärausschuss geeinigt. Die Tötung der infizierten und akut gefährdeten Tiere sowie das Transportverbot werden als ausreichende Bekämpfungsmaßnahmen angesehen. Nur wenn die Kapazitäten zur sofortigen Tötung der Tiere nicht ausreichen, sollen Impfungen in Sperrbezirken angewendet werden.

Den Niederlanden, die die Notimpfung beantragten, wurde zugestanden, in einem Radius von 2 km um den Seuchenherd das Serum einzusetzen. Die geimpften Tiere müssen gekennzeichnet werden. Außerdem dürfen keine geimpften Tiere noch deren Produkte den Sperrbezirk verlassen. Die Kommission machte darauf aufmerksam, dass die Impfung erst nach sechs bis zehn Tagen wirke. Die Tötungsaktion im Sperrbezirk müsse also länger als sechs bis zehn Tage dauern, bevor die Notimpfung sinnvoll werden. Die Niederländer erklärten im Ständigen Veterinärausschuss, sie würden weder für die drei bestätigten MKS-Fälle noch bei den vier Verdachtsfällen auf die Notimpfung zurückgreifen. Sie wollten stattdessen schon einmal in Brüssel die Erlaubnis einholen, falls mögliche erste MKS-Fälle in sehr viehdichten Gebieten auftreten sollten. Dann könne die Kapazität der Tierkörperbeseitigungsanstalten für schnelle Tötungsaktionen nicht mehr ausreichen. (Mö)
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