Export

EU mahnt Deutschland ab

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft nimmt im Exportgeschäft einen bedeutenden Raum ein. Laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist Deutschland seit Jahren der drittgrößte Agrarexporteur weltweit. 2013 erreichte der deutsche Agrarexport einen Wert von rund 66 Mrd. €. Hinzu kommen knapp 6 Mrd. € aus dem Export von Landtechnik. Der größte Anteil im Agrarhandel entfällt auf den Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union. 
Deutschland wird 2016 die exportstärkste Nation der Welt sein. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss, also die Lücke zwischen Import und Export, beträgt 2016 voraussichtlich 310 Mrd. US-$, hat das Ifo-Institut errechnet. Damit löst Deutschland in diesem Jahr China als das Land mit dem weltweit größten Exportüberschuss ab. China dürfte ein Plus von etwa 260 Mrd. US-$ erreichen. Auf Rang drei folgt Japan mit rund 170 Mrd. US-$.

Der deutsche Überschuss beruht auf dem Warenhandel. Haupttreiber ist laut Ifo-Institut der Anstieg der Warennachfrage aus Europa. In der EU bereitet diese Entwicklung Sorgen. Die EU-Kommission rügt die Bundesregierung deswegen bereits seit Jahren. Sie empfiehlt ihr, mehr zu investieren und so die Nachfrage im Inland zu stärken, wodurch der Überschuss schrumpfen würde. Vor allem die öffentliche Infrastruktur bleibe auf der Strecke. Deutschland exportiere auf Kosten seiner Substanz und gefährde langfristige Wachstumsperspektiven, heißt es. (kbo)
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