EU öffnet Zollschranken für Entwicklungsländer

1

Ab dem 5. März 2002 wird die EU ihre Zollschranken für die 48 ärmsten Länder der Welt öffnen. Dies hat der EU-Ministerrat für allgemeine Angelegenheiten am Montag in Brüssel beschlossen. Ein solches Angebot von Industrieländern an Entwicklungsländer, das sich auf sämtliche Produkte außer Waffen bezieht, ist eine Premiere auf der Welt. Die EU will damit vor der Eröffnung der nächsten WTO-Handelsrunde ihren guten Willen zeigen und Entwicklungsländer als mögliche Verbündete gewinnen. In die Liberalisierung sind Agrarprodukte eingeschlossen. Allerdings gibt es für Reis und Zucker eine Übergangsfrist bis 2009. Für Bananen sollen ab 2006 die Einfuhrzölle gesenkt werden. Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Belgien hatten sich lange gegen die Zugeständnisse an Entwicklungsländer gewehrt, da sie Einbußen für ihre Erzeuger befürchten. Im Jahr 2005 soll die Kommission deshalb einen Bericht über die Auswirkungen der Entwicklungsinitiative anfertigen. Sollten die Märkte von Reis, Zucker und Bananen wirklich einmal ernsthaft durch umfangreiche Importe aus den 48 ärmsten Ländern der Welt belastet werden, lassen sich über eine Sicherheitsklausel die Grenzen jederzeit wieder schließen. (Mö)
stats