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Die EU-Biokraftstoffziele stehen auf dem Prüfstand. Die europäischen Umweltminister wollen das bisher geltende EU-Ziel, bis zum Jahr 2010 den Anteil von Biokraftstoffen um 10 Prozent zu erhöhen, überarbeiten. Damit reagierten die Minister auf ihrem informellen Treffen am vergangenen Wochenende im französischen Pariser Vorort Saint Cloud auf eine Weltbankstudie, die für Aufsehen sorgte. Nach Berechnungen der Analysten soll die Produktion von Biokraftstoffen 75 Prozent des Preisauftriebes von Nahrungsmittelpreisen seit dem Jahr 2002 ausgemacht haben.

"Das Klimaschutzpaket der EU soll sich nicht nur auf Biosprit, sondern auch auf Gas, Strom oder Wasserstoff beziehen", sagte der amtierende Ratsvorsitzende, der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo in Saint Cloud. "Wir müssen überdenken, ob sich das Zehn-Prozent-Ziel halten lässt", ergänzte der deutsche Staatssekretär, Jochen Homann. Die Quote werde womöglich geändert, nicht aber ganz gestrichen. Vorgeschlagen wurde auf dem Treffen, die Quoten schrittweise einzuführen. Bis 2015 soll der Anteil von Biosprit auf vier Prozent erhöht werden. Dann soll neu entschieden werden, ob eine Steigerung auf bis zu zehn Prozent möglich sei. Damit könnte die Entwicklung der Nahrungsmittelpreise beobachtet werden, wie die Biokraftstoffe der zweiten Generation vorankommen. (da)

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