EU wirbt für mehr Verständnis

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Die EU soll bei Entwicklungsländern und Nichtregierungsorganisationen für größeres Verständnis werben. Dazu hat die irische Ratspräsidentschaft ein Arbeitspapier vorgelegt, das auf dem informellen EU-Agrarministerrat Anfang der nächsten Woche in Killarney besprochen werden soll. Mit vielen Entwicklungsländern habe die EU Präferenzabkommen, die einen zollvergünstigten oder freien Zugang zum Markt ermöglichten. Die Entwicklungsländer nutzten diese Chance aber nur unzureichend, heißt es in dem Arbeitspapier. Die EU solle also verstärkt mithilfe von Informationskampagnen dazu beitragen, dass die gewährten Exportchancen besser ausgelastet werden. Zudem hätten die Entwicklungsländer häufig einen größeren wirtschaftlichen Vorteil von einem präferenziellen Zugang zum EU-Markt mit gestützten Preisen, als von einem allgemeinen Zollabbau für alle Drittländer. Es fehle an Verständnis für Vorteile von Handelspräferenzen, wird in dem Papier bemängelt. Dies sei besonders in Cancún auf der WTO-Ministerkonferenz deutlich geworden, wo Dritte-Welt-Gruppen ein Ende der Agrarsubventionen in allen Industrieländern forderten und den entwicklungspolitischen Vorteil eines Zugangs zum gestützten EU-Markt dabei ignorierten. (Mö)
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