Edeka Südwest gibt regionalen Landwirten angesichts der Milchkrise künftig eine Preisgarantie. Das Unternehmen reagiere damit auf den Preisverfall bei Molkereiprodukten, sagte Geschäftsführer Rudolf Matkovic in Offenburg laut einem Bericht von Lebensmittelzeitung.net, der sich auf die Deutsche Presse-Agentur beruft. Edeka Südwest werde die Zahlungen für regionale Markenprodukte der Molkereien in seinem Absatzgebiet unverändert lassen. Davon profitierten die örtlichen Landwirte. Ihnen werde ein stabiler Milchpreis zugesichert.

Molkereien sollen Erlöse an Landwirte weitergeben

Edeka Südwest mit Sitz in Offenburg ist mit einem Umsatz von 8,2 Mrd. € im Jahr 2015 die zweitgrößte der sieben Edeka-Regionalgesellschaften. Sie beliefert 1.350 Lebensmittelmärkte in ganz Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie im Süden von Hessen und Teilen Bayerns. Nur für diese Gebiete gelte die Vereinbarung. Die anderen Edeka-Regionalgesellschaften seien unabhängig von der Aktion im Südwesten, heißt es weiter.

In den Verhandlungen mit den Molkereien bestehe Edeka Südwest darauf, dass die Erlöse der gleichbleibenden Einkaufspreise an die Landwirte weitergegeben werden. Dies sei ein Signal an die Lebensmittelbranche zum Erhalt regionaler Milchkuhhaltung. Die Aktion laufe zunächst zeitlich unbefristet, heißt es von Edeka Südwest.

„Vor allem durch hohe Mengen auf der Anbieterseite sind die Milchpreise in den vergangenen Monaten immer wieder massiv unter Druck geraten - zu Lasten der Erzeuger", so Matkovic. Landwirte und regionale Molkereien stünden zunehmend unter dem Druck internationalen Preis-Dumpings und würden so in der Existenz gefährdet. Der Vorstandsvorsitzende der Edeka-Zentrale, Markus Mosa, hatte am Dienstag bei der Bilanzvorlage gesagt, Edeka sei bereit, mehr als den Marktpreis zu bezahlen, wenn dadurch mehr Vielfalt am Milchmarkt erhalten bleibe. (az)
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