Eiermarkt

Eier in Lebensmitteln kennzeichnen


Die fehlende Kennzeichnungspflicht für Eier in der Herstellung von Gebäck, Nudeln und anderen Verarbeitungsprodukten beeinträchtige die Wahlmöglichkeit der Verbraucher, meint Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen. Daher sei eine Änderung der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung überfällig. Von der seit 2004 geltenden Haltungskennzeichnung für frische Eier sei die Verarbeitungsware nicht erfasst.

Eier aus Käfighaltung mit der Kennzeichnung "3" sind als Konsumware praktisch nicht mehr verfügbar, finden jedoch weiterhin Eingang in die Lebensmittelindustrie, kritisiert auch der Deutsche Tierschutzbund (DTB), Bonn. In gleicher Weise wie im Fall der Frischeier solle eine Kennzeichnung mit den Ziffern 0 für Bioware, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung oder 3 für Käfighaltung auf den Verarbeitungswaren eingeführt werden, so der DTB.

Auch der Vorsitzende des Vereins Kontrollierte Alternative Tierhaltung (KAT), Friedrich-Otto Ripke, befürwortet die Herkunftskennzeichnung auf Verarbeitungsware. Eier mit der Kennzeichnung 3 würden in der Regel aus ausländischen Lieferungen stammen, sagte er gegenüber agrarzeitung.de. Ebenso verweist Ostendorff auf den hohen Anteil ausländischer Käfigware in der Lebensmittelproduktion in Deutschland. Eine Kennzeichnungspflicht würde somit auch eine Stärkung des nationalen Marktes bedeuten, betont er. (jst)
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