Fipronilskandal

Eiermarkt aus den Fugen

Eier aus Bodenhaltung sind gefragt und teuer.
-- , Foto: Petra Bork/pixelio
Eier aus Bodenhaltung sind gefragt und teuer.

Bei Verbrauchern und Medien längst abgehandelt, sorgen die Folgen des Fipronilskandals bei den Hennenhaltern noch für deutliche Nachwirkungen. Insbesondere für die vier in Niedersachsen noch immer gesperrten Betriebe ist der wirtschaftliche Schaden immens. Friedrich-Otto Ripke, Präsident der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW), beziffert die Einnahmeverluste der Höfe auf 3.000 bis 4.000 € am Tag. Er appelliert an die zuständigen Behörden, den Betrieben bei der Aufarbeitung des Schadens entgegenzukommen. Beispielsweise muss der Mist aufwändig entsorgt werden, Versicherungsleistungen sind unter anderem vom Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abhängig. Hier wünscht sich Ripke eine konstruktive Zusammenarbeit: „Die betroffenen Betriebsleiter sind Opfer, keine Täter“, stellt er klar.

Eier aus Bodenhaltung deutlich teurer

Über diese direkt betroffenen Legehennenhalter hinaus ist der gesamte Eiermarkt infolge des Fipronilskandals aus den Fugen geraten, berichtet das Landvolk Niedersachsen. Die Folgen werden bis weit in das Jahr 2018 hinein spürbar bleiben. Die Erzeugerpreise sind zwar für Bodenhaltungseier von 7,5 Cent je Ei im Juli auf aktuell 13 bis 14 Cent je Ei deutlich gestiegen, allerdings profitieren die Lieferanten der großen Lebensmittelketten nicht. Es gelten die zu Jahresanfang ausgehandelten Kontraktpreise. Damit müssen die Zulieferer des Handels die Eier selbst zum aktuellen Niveau teuer zukaufen, um sie dann zu den niedrigen Kontraktpreisen an den Handel zu verkaufen, eine paradoxe Situation.

Geflügelwirtschaft fordert Herkunftskennzeichnung

Ripke spricht von einem „Handelsschaden in Höhe von 30 bis 40 Mio. €“. Aktuell drängten wegen der weiter bestehenden Lieferengpässe aus den Niederlanden ausländische Produzenten, unter anderem aus Spanien oder den USA, auf den europäischen und deutschen Markt, allerdings mit Käfigeiern oder Eiern von Hennen mit ungekürzten Schnäbeln. „Wir brauchen dringend die Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Ware“, erneuert er die Forderung des Geflügelbranche zu mehr Klarheit auch bei verarbeiteten Produkten.

Hoffnung auf Preissteigerungen für 2018

Aktuell handeln die Großen des Lebensmittelhandels mit der Eierwirtschaft die Preise für 2018 aus, hier werde es zweifelsfrei zu höheren Preisen kommen, erwartet das Landvolk. Von den höheren Preisen profitieren aktuell Legehennenhalter, die ihre Produkte selbst vermarkten, sie können jedoch bei weitem nicht die Anzahl an Eiern liefern, die der Markt derzeit verlangt. (SB)
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