Eigenkontrollen in allen Stufen der Landwirtschaft bleiben wichtig
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Eigenkontrollen in allen Stufen der Landwirtschaft bleiben wichtig

Der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstreicht, dass Eigenkontrollen auf allen Ebenen unabdingbar und wirkungsvoll seien. Der Fall mache aber auch deutlich, dass Rückverfolgbarkeit im Futtermittelsektor nur dann funktioniere, wenn stufenübergreifend in gleicher Intensität gearbeitet werde.

Nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalters BDM e.V. zeige dieser Vorgang die „Schwachstellen und Folgen der aktuellen Agrarpolitik, die bisher weitgehend unkritisch auf Liberalisierung und Globalisierung setzt“. Bereits das Fehlverhalten eines Wettbewerbsteilnehmers könne zu Skandalen mit unüberschaubaren Risiken und Folgen führen. BDM-Vorsitzender Romuald Schaber fordert: „Es darf nicht sein, dass belastete Futtermittel durch Vermischung mit unbedenklichen Futtermitteln so lange gestreckt werden, bis Grenzwerte wieder eingehalten werden.“

Angst vor Imageschaden

Das Landvolk Niedersachsen zeigt sich verärgert über den Imageschaden, der „ein hochwertiges Produkt völlig zu Unrecht in Verruf gebracht hat“. Auf den Höfen sei die Rückholaktion der belasteten Futterpartien angelaufen. Der Gesamtschaden, der durch die Verarbeitung des mit Aflatoxin B 1 belasteten Futters verursacht wurde, lässt sich nach Angaben des Landvolkes Niedersachsen aktuell noch nicht abschätzen.

„Die Landwirte sehen hier zweifelsfrei die Futtermittelwirtschaft in der Pflicht.“ Sie hätte die Landwirte als ihre Kunden unverzüglich informieren müssen, als sie selbst erstmals über Probleme durch Aflatoxinbelastungen im Körnermais Kenntnis erhalten habe. Durch dieses Versäumnis sei wertvolle Zeit für vorsorgliche Analysen verstrichen.

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) bemüht sich den Vorgang zu entskandalisieren. Das Futtermittel aus der größeren Schiffsladung Mais serbischer Herkunft sei Ende 2012 stichprobenweise untersucht worden. Die Ergebnisse seien den Futtermittelherstellern vorgelegt worden. Dabei habe die Belastung deutlich unter den Höchstwerten gelegen. Die mittlerweile festgestellten Spitzenwerte in der Höhe von 0,2 mg/kg Futtermittel seien „offenbar dem Umstand geschuldet, dass die Kontamination im Fall von Mykotoxinen nicht gleichmäßig über die Ware verteilt ist, sondern ‚nesterweise’ auftritt.“

Aflatoxine sind unerwünscht

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilt mit, dass lediglich in einer Rohmilchprobe ein geringfügig erhöhter Gehalt des Pilzgiftes Aflatoxin M 1 nachgewiesen werden konnte. Dies sei im Rahmen der Eigenkontrolle der Milcherzeuger aufgefallen. Der Wert liege mit 57 Nanogramm (ng) je Kilogramm (kg) Rohmilch „geringfügig über dem zulässigen europäischen Höchstgehalt von 50 ng Aflatoxin M 1 je kg Rohmilch“.

Aflatoxine seien unerwünschte Stoffe die das Potenzial besitzen, die Gesundheit von Menschen oder Tieren nachteilig zu beeinflussen. Im EU-Recht sind Höchstmengen von Aflatoxin B 1 in verschiedenen Futtermitteln geregelt. (hed)
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