Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft MSS Holding AG, Luzern, informiert darüber, „dass sie ihre Mehrheitsbeteiligung an der Nungesser GmbH in Seeheim-Jugenheim nie veräußert habe“. Mehrere Medien, so auch die agrarzeitung.de, hatten im März über einen Verkauf von 50 Prozent der Anteile des deutschen Agrarhändlers Nungesser an den Schweizer Rohstoffhändler KM Comodities berichtet. Jetzt behauptet die MSS Holding AG, dass dieser Verkauf nicht rechtens gewesen sei.

Bei der außerordentlichen Generalversammlung von Nungesser am 2. Oktober 2013 war beschlossen worden, die Anteile des Mehrheitsgesellschafters MSS Holding AG einzuziehen. „Anlass war die Tatsache, dass die MSS Holding ihre Beteiligung an der Nungesser GmbH zum 31.12.2014 gekündigt hatte“, schreibt Marco Fischer, CEO der KM Comodities in einer Erklärung des Sachverhaltes.

„Die Satzung der Nungesser GmbH sieht für diesen Fall vor, dass die Anteile des kündigenden Gesellschafters eingezogen oder an den verbleibenden Gesellschafter abgetreten werden können. Satzungsgemäß hat der kündigende Gesellschafter hierbei kein Stimmrecht“, so die weitere Beschreibung der Vorgänge im vergangenen Herbst.
 
Danach wurden die Anteile der MSS-Holding an die KM Comodities verkauft. Doch das Landgericht Darmstadt hat auf Betreiben von MSS Holding die Beschlüsse der Generalversammlung jetzt teilweise für nichtig erklärt.  Die Nungesser GmbH hat vor dem Oberlandesgericht Frankfurt Berufung gegen das Urteil aus Damstadt eingelegt. Die Entscheidung, ob diese Vorgehensweise auf der Generalversammlung korrekt war, ist also noch nicht endgültig geklärt. (hed)
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