Je einfacher die Vorschriften zur nachhaltigen Produktion formuliert werden, desto größer ist die Akzeptanz in der Landwirtschaft und bei den Verarbeitern. Diesen Appell richten die Verbände der Getreidewirtschaft an die Politik. Die beiden Verordnungen zur Nachhaltigkeit von Biomassestrom und Biokraftstoffe und die damit verbundenen Regeln können in ihrer jetzigen Form nicht auf andere Verwendungsbereiche übertragen werden, argumentieren Branchenverbände, die sich im Grain Club zusammengeschlossen haben. Sie fordern deshalb von den zuständigen Bundesministerien und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die Nachhaltigkeitsverordnung mit einfachen Regeln umzusetzen. Zudem sollten die Vorschriften erst gelten, wenn alle notwendigen Vorbereitungen für die Praxis getroffen seien. Der derzeit vorgesehene Zeitrahmen für die Umsetzung bis zur Ernte 2010 kann nach Einschätzung von Bruno Fehse, Präsident des Verbandes der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), nicht eingehalten werden. Fehse schlug eine zwölfmonatige Einführungsphase begleitet von einem intensiven Monitoring vor, um die Anforderungen zielführend und pragmatisch umzusetzen. Einen Leitfaden zur nachhaltigen Biomasseherstellung diskutieren derzeit die Ministerien mit den Wirtschafts- und Umweltverbänden. (az)
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