Einfuhrstopp für Corngluten zeichnet sich ab

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Voraussichtlich ab kommender Woche dürfen de facto keine Corngluten aus den USA mehr in die EU importiert werden. EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou wollte am Mittwochnachmittag einen Vorschlag machen, nach dem Cornglutenlieferungen aus den USA eine Bescheinigung beiliegen muss, aus der hervorgeht, dass die Ware garantiert keinen Bt-10-Mais enthält. Da es diesen Nachweis noch nicht in einer für die Praxis tauglichen Form gibt, kommt die geplante Auflage einem Importverbot gleich. Kyprianou will seinen Vorschlag am kommenden Freitag dem Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette vorlegen. Die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten gilt jetzt schon als gewiss. Voraussichtlich zum oder nach dem kommenden Wochenende würde die Maßnahme dann in Kraft treten. Nach Deutschland werden nach Schätzungen von Marktbeobachtern rund 20.000 t Corngluten pro Monat eingeführt. Die Kommission pocht auf die strenge Gesetzgebung in Europa. Danach gilt die Nulltoleranz für GVO, die keine Zulassung haben. In den USA wurden zwischen 2001 und 2004 versehentlich rund 150.000 t Mais produziert, die den nicht zugelassenen Bt-10 enthalten können. Es kann bisher nicht ausgeschlossen werden, dass davon Teile in den USA zu Stärke verarbeitet wurden und das eiweißhaltige Nebenprodukt Corngluten in die EU ausgeführt wurde. Experten gehen davon aus, dass ein belastbarer Test für Bt-10 frühestens in einigen Wochen auf dem Markt sein könnte. Sygenta soll daran zusammen mit einem anderen Unternehmen arbeiten.(Mö)
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