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In Russland haben weder die intensiven Interventionsverkäufe von Weizen noch die Einschränkungen für dessen Exporte bislang die gewünschten Ergebnisse gebracht, konstatiert das Moskauer Consulting- und Forschungszentrum für Agrarökonomie Sovecon. Nach dessen Angaben seien seit Mitte Februar Lieferverträge für mehr als 600.000 t Brotgetreide aus den Interventionsvorräten abgeschlossen worden, darunter für insgesamt 521.000 t Weizen. Doch habe sich der Preisanstieg bei dem Produkt in der vergangenen Woche fortgesetzt. Auch der Mitte Januar eingeführte Ausfuhrzoll in Höhe von 25,- EUR/t für Weizen habe laut Sovecon keinen sofortigen Exportstopp zur Folge. So entfiel gut die Hälfte von rund 380.000 t im Januar aus Russland ausgeführten Getreides auf Weizen einschließlich Weizenmehl. Damit erreichten dessen Exporte in den ersten sieben Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres ein Niveau von fast 3,9 Mio. t. Auch im Februar setzten sich diese zum Beispiel in die Ukraine und transkaukasische Republiken fort. Mit etwa 34,0 Mio. t wurde in Russland 2003 um 32,8 Prozent weniger Weizen geerntet als am Vorjahr. Im Vorfeld der am vergangenen Sonntag stattgefundenen Präsidentenwahlen hatte Wladimir Putin seine Regierung mehrmals aufgefordert, dem Anstieg von Getreide- und Brotpreisen entgegenzuwirken.(pom)
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