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Berlin/ED, 23. Januar - Die Auswirkungen der Agenda 2000 auf den europäischen Ölsaatensektor war das zentrale Diskussionsthema des traditionellen Treffens zwischen Vertretern der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (Ufop) und ihres französischen Partnerverbandes Fédération Francaise des Producteurs d´Oléagineux et Protéagineux (FOP) anläßlich der Internationalen Grünen Woche. Übereinstimmend lehnten der Ufop-Vorsitzende, Dr. Klaus Kliem, und FOP-Präsident Claude Sabin, den Kommissionsvorschlag zur Senkung der Ölsaatenprämie und die Schaffung eines Einheitsausgleiches bei Getreide und Ölsaaten ab. Dies sei angesichts einer defizitären Versorgungslage der Europäischen Union bei pflanzlichem Öl und Eiweiß geradezu unverantwortlich. Bei unveränderter Umsetzung der Kommissionsvorschläge werde sich die Wettbewerbsfähigkeit der Ölsaaten gegenüber Getreide stark verschlechtern. Es wird geschätzt, daß von den jetzigen 5 Mio. ha Ölsaatenanbau der EU mindestens 2 Mio. ha mit Getreide bebaut werden. Ufop und FOP halten aus versorgungs- und marktpolitischen Gründen sowie zur Erhaltung eines ökologisch ausgewogenen Ackerbaus, die Ausweitung des Ölsaatenanbaus in Europa für erforderlich. Hierzu müssten die Restriktionen des Blair-House-Abkommens bei Ölsaaten beseitigt und ein Hektarausgleich eingeführt werden, der die Wettbewerbskraft des Anbaues von Öl- und Eiweißpflanzen innerhalb der Ackerbaukulturen sicherstellt. Ausführlich wurde ein Mindestpreissicherungssystem in Anlehnung an das amerikanische "Marketing Loan System" erörtert.
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