Werner Hilse, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Präsident im Landvolk Niedersachsen, und Otto F. Wachs, Geschäftsführer der Autostadt GmbH, trafen sich gestern im Wolfsburger Themenpark zu einem Meinungsaustausch. Anlass war die Darstellung des Konzepts der zehn Autostadt-Restaurants, welche den Besuchern ihr Angebot von Ernährungsstilformen auf der Homepage des Unternehmens erläutert. Dieses umfasst die Arten "Vital", welches Fleisch einschließt, "Vegetarisch" also ohne Fleisch sowie "Vegan", entsprechend einem vollständigem Verzicht auf Bestandteile tierischer Herkunft.

Die Darstellung des Programms mit den jeweiligen benannten Vor- und Nachteilen für die Umwelt und den Menschen hatte in den zurückliegenden Tagen zu einer heftigen Debatte in verschiedenen Internetforen geführt. Viele Landwirte und ihnen verbundene Bereiche wie Futterhersteller oder Tierarztpraxen hatten dagegen protestiert.

Konzept soll keine fleischlose Ernährung propagieren

Während des Treffens haben Werner Hilse und Otto F. Wachs festgestellt, dass es Fehlinterpretationen gab. Wachs betonte, dass die Autostadt nicht beabsichtige einseitige Empfehlungen für eine fleischhaltige, vegetarische oder vegane Ernährung zu geben. Auch wolle er die zugrunde liegenden Informationen des Konzepts kontinuierlich prüfen und durch neue Erkenntnisse im Dialog ergänzen. Eine fachliche Diskussion soll in weiteren Gesprächen folgen, bestätigte Dr. Michael Lohse, Pressesprecher des DBV, gegenüber agrarzeitung.de. Außerdem erklärte sich Wachs bereit, sich selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb über moderne Landwirtschaft zu informieren. Dabei soll, so Hilse, insbesondere der Grundsatz einer nachhaltigen Landwirtschaft als Fundament bäuerlichen Wirtschaftens im Mittelpunkt stehen.

Besonders aufgebracht waren Landwirte über Aussagen auf der Homepage der VW-Autostadt, die Hormon- und Antibiotikabelastungen in tierischen Produkten beschwören. Mittlerweile ist die Autostadt jedoch deutlich zurückgerudert und hat Aussagen von der Seite genommen. Dort hieß es beispielsweise: "Tierische Milch enthält alle Medikamente, mit denen das milchgebende Tier behandelt oder gefüttert wurde: Antibiotika, Wurmkuren. Diese werden im Darm nicht aufgeschlossen und gelangen teilweise direkt ins Blut."  (jst/has)
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