Einigung mit Russland in Sicht

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Auf ein schnelles Ende des Fleischkonfliktes mit Russland hofft die EU-Kommission. Sie geht davon aus, dass der Importstopp in den kommenden Tagen aufgehoben wird. Die Hoffnung stützt sich auf ein Telefongespräch des Kommissionspräsidenten Romano Prodi mit der russischen Regierung am Donnerstag Nachmittag. Dort sei vereinbart worden, die Verhandlungen um die Veterinärzertifikate der EU fortzusetzen und bis spätestens Ende September abzuschließen. Während der laufenden Verhandlungen sollten die Fleischimporte aus der EU nach Russland nicht gestoppt werden. Auf diese Bedingungen hätten sich die Russen eingelassen, erklärte Prodis Pressesprecher, Reijo Kemppinen, heute Mittag in Brüssel.

Die Kommission geht davon aus, dass das verhängte Fleischimportverbot sofort aufgehoben wird. In den Verhandlungen mit Russland ginge es zum einen darum, das Funktionieren der Veterinärzertifikate zu erklärten. Zum anderen sei die EU bereit, die Anforderungen zum Erlangen der Zertifikate noch weiter zwischen den verschiedenen Mitgliedstaaten zu harmonisieren. Eine einheitliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für Fleisch in der EU-25 sei aber nicht möglich, da Veterinärkontrollen Sache der Mitgliedstaaten bleiben müssten, erklärte Kemppinen. Russland befürchtet laxere Veterinärkontrollen nach der EU-Erweiterung und fordert ein einheitliches Veterinärzertifikat. (Mö)

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