Einzelfuttermittel brauchen mehr Aufmerksamkeit

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Die in Nordrhein-Westfalen verhängten Sperrungen von drei Bullenmastbetrieben werden vorläufig aufrecht erhalten, äußerte der Sprecher des dortigen Umweltministeriums heute. Eine Schlachtung und Untersuchung der betroffenen Tiere stehe erst in frühestens zwei Wochen an. Der Vorgang wirft neue Fragen auf. Denn das aus einzelnen Tongruben in Deutschland stammende Kaolinit ist für den Gebrauch in Futtermitteln EU-weit seit 1999 verboten. Das Verbot schließt jedoch nach Auskunft der Umweltministerien Nordrhein- Westfalen und Rheinland-Pfalz die Verwendung in der Lebensmittelindustrie nicht ein. An dem Vorgang wird eine Unschärfe der gesetzlichen Bestimmungen offenbar. Es sei jetzt zu prüfen, wem die Verantwortung für das Inverkehrbringen zufalle, erklärte die Sprecherin des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz auf Anfrage.

In einer Stellungnahme betonte der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT), Bonn, dass Ausgangspunkt des Dioxinvorfalls nicht ein Futtermittelunternehmen sondern ein Lebensmittelbetrieb sei. Dieser habe infolge mangelnder Sorgfalt oder fehlender qualitätssichernder Maßnahmen ein mit Dioxin belastetes Einzelfuttermittel in den Verkehr gebracht. Dies zeige wiederum, dass im Lebensmittelsektor den anfallenden Nebenprodukten oder Einzelfuttermitteln häufig nicht die notwendige Aufmerksamkeit hinsichtlich der Qualitätssicherung zuteil werde, argumentiert der DVT. (jst)

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