Ekelerregendes Fleisch wird seit Jahren umetikettiert

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Der Verkauf von ekelerregendem Fleisch einer Genossenschaft aus Unterfranken läuft offensichtlich schon seit längerem. Mehrere hundert Tonnen genussuntaugliche Schlachtabfälle- so genanntes K3-Material - hat eine Firma aus Würzburg umetikettiert und in die Lebensmittelherstellung nach Baden-Württemberg geschleust. Der Abnehmer wusste nicht, was er kauft, versichert ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Stuttgart. Vor allem geht es um Rinderhäute.

Nach Angaben des Geschäftsführers der Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Metzgermeister in Würzburg Evgedem, Markus Faißt, war die Umetikettierung ein Versehen. Die bekannt gewordenen Fälle beruhen auf einer "fehlerhaften Verfahrensweise, die aus Unkenntnis geschehen ist." Aus Insiderkreisen erfuhr ernährungsdienst.de, dass es bei der Evgedem schon seit Jahren zu Umetikettierungen kam. Die inzwischen von der Staatsanwaltschaft Memmingen sichergestellten Dokumente reichen nur bis zum Jahre 2006 zurück. Nicht geklärt ist die Frage, woher Evgedem die Formulare hatte, mit denen sie Schlachtabfälle zu Lebensmitteln umdeklarieren konnte. (HH)

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