Anleihen verlängern

Ekosem nimmt Restrukturierung in Angriff


Ekosem-Agrar will seinen Gläubigern vorschlagen, zwei Anleihen, die eigentlich 2017 und 2018 fällig sind, jeweils vier Jahre später zurückzuzahlen. Im Gegensatz zum Landtechnikhändler Ekotechnika, der ebenfalls zu Ekoniva gehört, beabsichtigt Ekosem somit zunächst lediglich die Verlängerung der Anleihen bei gleichbleibenden Zinskonditionen - Ekotechnika hatte Bonds in Aktien umgewandelt. In der Zwischenzeit will Ekosem die Marktführerschaft auf dem russischen Milchmarkt ausgebauenund genug Liquidität anhäufen, um die Rückzahlung der beiden Bonds 2021 und 2022 zu gewährleisten. Die Anleihegläubiger entscheiden in einer virtuellen Abstimmung zwischen dem 16. und 19. Februar 2016 darüber.

Laut Ekosem ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zu dem Schluss gekommen, dass das Unternehmen angesichts der sehr guten Marktbedingungen und der konservativen Planung der Geschäftsführung ausreichend liquide Mittel generieren wird, um die beiden Anleihen fristgerecht zurückzahlen zu können. Als wesentliche Treiben sähen die Wirtschaftsprüfer die erwartete Steigerung von Umsatz und Profitabilität durch die Vollauslastung der Milchviehanlagen ab 2018 an, teilte Ekosem mit. Außerdem sollen die Finanzierungskosten schrittweise reduziert und Verbindlichkeiten abgebaut werden. Ekosem hat seit Begebung der ersten Anleihe seine landwirtschaftliche Eigentumsfläche auf 110.000 ha verdoppelt, die Zahl der Milchkühe stieg von 10.400 auf rund 25.000.

Ekotechnika hatte indes weitreichendere Schritte einleiten müssen, um seine Finanzen in Ordnung zu bringen. Der festgefahrene Landtechnikhändler hatte seinen Gläubigern in der Not vorgeschlagen, die Anleihen in Aktien zu tauschen, was im Dezember vollständig gelungen war. Außerdem war das Kapital erhöht worden. (sp)
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