Russland-Krise

Ekotechnika muss sich sanieren


Der Handel mit Landmaschinen in Russland leidet unter der Wirtschaftskrise.
-- , Foto: Ekotechnika
Der Handel mit Landmaschinen in Russland leidet unter der Wirtschaftskrise.

Kurz nach Veröffentlichung des Restrukturierungsplans veröffentlicht die Ekotechnika GmbH vorläufig die wichtigsten Kennzahlen aus dem Geschäftsjahr 2013/14. In der Mitteilung gibt die deutsche Holding des  Händlers internationaler Landtechnik in Russland, der Ekoniva-Technika-Gruppe, bekannt, dass die Fortführung des Unternehmens derzeit im Rahmen eines Sanierungsgutachtens überprüft wird. „Sollte sich daraus ergeben, dass eine Unternehmensfortführung nicht möglich ist, können sich die genannten Zahlen noch deutlich verändern“, heißt es wörtlich in der Mitteilung.

Das Unternehmen ist im Zuge des Ukraine-Russland-Konflikts in schwieriges Fahrwasser geraten: Erst kürzlich wurde das Rating der deutschen Holding von ‚CCC‘ auf ‚CC‘ gesenkt.

Ergebnis bricht ein

Die jetzt veröffentlichten, vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2013/14 (Ende: 30. September 2014) zeigen, wie deutlich das Unternehmen unter der politisch-wirtschaftlichen Krise in Russland leidet. Der Konzernumsatz sank demnach um 18,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 172,5 (212,4) Mio. €. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 77,5 Prozent ein auf 3,8 Mio. €. Hierin enthalten sind den weiteren Angaben nach Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 10,5 Mio. €. Beim Nettoergebnis und dem sonstigen Ergebnis machten sich erhebliche Währungsdifferenzen bemerkbar. Die Ekotechnika GmbH weist zum Ende des Geschäftsjahres 2013/14 vorläufige Schulden von rund 50 Mio. € aus.

Restrukturierungskonzept vorgelegt

Die Ekotechnika-Gruppe hatte am Dienstagabend Konsequenzen aus ihrer deutlich schlechteren,  wirtschaftlichen Situation gezogen. Die Geschäftsführung hat einen Plan für eine komplizierte, finanzielle Restrukturierung der Gesellschaft beschlossen. Im Kern ist eine Umwandlung der Ekotechnika GmbH in eine Aktiengesellschaft geplant, für die aber offenbar noch kein konkreter Handelsplatz vorgesehen ist.

Das Restruktierungskonzept bildet die Grundlage für ein Sanierungsgutachten, das derzeit von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erstellt wird. Das Restrukturierungskonzept steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gläubiger. Eine erste Abstimmung ist für den Zeitraum vom 30. März bis 2. April geplant.

Dürr kehrt zurück in die Geschäftsführung

Dass die Lage ernst ist, zeigt auch eine personelle Umschichtung: Um die Restrukturierung der Ekotechnika GmbH gemeinsam mit Finanzvorstand Wolfgang Bläsi zu gestalten, kehrt Gründer und Mehrheitsgesellschafter Stefan Dürr zurück in die Geschäftsführung. Er wurde zum 6. März 2015 bestellt und löst die bisherige Geschäftsführerin Olga Ohly ab.

Das Restrukturierungskonzept sieht im Groben eine Senkung des Stammkapitals, eine Erhöhung des Sachkapitals sowie die Umwandlung der Ekotechnika GmbH in eine AG vor. Sollten alle Finanztransaktionen wie geplant gelingen, würden die Stückaktien der neuen Gesellschaft zum Handel in einem Freiverkehrssegment „einer deutschen Börse“ einbezogen werden, heißt es weiter recht vage. (pio)
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