Die deutsche Holding des größten Händlers internationaler Landtechnik in Russland hat im vergangenen Jahr die Sanktionen gegen Russland massiv zu spüren bekommen. Die EkoNiva-Technika-Tochter meldete den Rückgang des Konzernumsatzes 2013/2014 um 19,5 Prozent auf 171 Mio. €. Im Vorjahr waren es noch 212,4 Mio. €. Durch den schwächeren Umsatz fiel auch das Ebitda im Vergleich zum Vorjahr um 19,1 Prozent auf 15,7 Mio. €. Der operative Gewinn fiel um 88,8 Prozent auf 1,9 Mio. Der Konzernjahresfehlbetrag weitete sich überproportional auf 27 Mio. € aus – im Vorjahr waren es noch minus 0,7 Mio. €. Das Konzerneigenkapital war zum 30. September 2014 negativ und betrug -26,0 Mio. €.

Auf Ebene der Einzelgesellschaft, Ekotechnika GmbH, mussten im Zuge der negativen Geschäftsentwicklung umfangreiche Abwertungen auf Darlehensforderungen und Beteiligungsbuchwerte vorgenommen werden. Für die Ekotechnika GmbH ergab sich zum Bilanzstichtag ein negatives Eigenkapital von rund 53 Mio. Euro.

Im ersten Halbjahr 2014/15 erwirtschaftete die Ekotechnika GmbH einen Konzernumsatz von 45,8 Mio. Euro, ein Minus von 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis sei mit -1,1 Mio. € stabil – die Restrukturierungsmaßnahmen würden sich hier bemerkbar machen. Das Halbjahresergebnis lag bei -16,8 Mio. Euro gegenüber -10,6 Mio. € im Vorjahr. In Summe schlugen negative Währungseffekte aufgrund der Rubelabwertung in Höhe von 13,1 Mio. Euro zu Buche.

Russland-Ukraine-Konflikt und Rubelkrise brechen Ekotechnika das Genick

Ursache für die negative Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr und im ersten Halbjahr 2014/15 sei die deutliche Verschlechterung der Rahmenbedingungen für den Verkauf von Landtechnik in Russland, gab Ekotechnika bekannt. Diese resultiere aus dem Kursverfall des russischen Rubels sowie dem massiven Anstieg der Finanzierungskosten. Vor diesem Hintergrund setze die Geschäftsführung derzeit mit Zustimmung der Gläubigerversammlung vom 6. Mai 2015 Maßnahmen zur finanziellen Restrukturierung um.

Anfang Mai hatten die Anleihe-Gläubiger der Ekotechnika der Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft zugestimmt. Dadurch sollte eine Insolvenz des Landtechnik-Händlers abgewendet werden. Dieser soll nun voraussichtlich am Börsenplatz Frankfurt im Freiverkehr gelistet werden. Für den Freiverkehr gelten weniger strenge Vorgaben als für den regulierten Markt. (az)
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