Friesland Campina

Embargo drückt das Ergebnis


Die Umsatzerlöse von Friesland Campina stiegen 2014 leicht auf 11,3 Mrd. € (plus 0,6 Prozent gegenüber Vorjahr). Das Betriebsergebnis stieg um 56,2 Prozent auf 489 Mio. €. Bereinigt um einmalige Erträge und Wechselkursauswirkungen ergebe sich allerdings ein Minus von 10,7 Prozent, teilte die Unternehmensführung heute auf der Bilanzpressekonferenz mit.

Beeinflusst worden sei das Ergebnis zudem vom russischen Embargo für Molkereiprodukte. Die geschätzten direkten Auswirkungen wie Umsatz- und Gewinneinbußen und indirekten Folgen durch negative Marktentwicklungen belaufen sich auf mindestens 80 Mio. €, schätzt das Unternehmen. Der Jahresüberschuss stieg gegenüber 2013 mit 157 Mio. € auf jetzt 303 Mio. €. Bereinigt um Einmaleffekte und negative Wechselkursauswirkungen wäre der Jahresüberschuss um 13,1 Prozent gesunken.

Stabiles Milchgeld

Nahezu unverändert blieb die Ausschüttung an Mitglied-Milchviehhalter von Friesland Campina mit einem Milchpreis von 42,70 € pro 100 kg Milch (2013: 42,90 €7100 kg Milch). Mit 10,7 Mrd. kg (plus 0,5 Prozent) verarbeitete die Molkerei geringfügig mehr Milch. Die Milchanlieferungen der Mitglieder wuchsen um 2,5 Prozent auf 9,5 Mrd. kg. Gesteigert werden konnte der Absatz von Kindernahrung (plus 5,7 Prozent), wo sich vor allem die höhere Nachfrage in China und Hongkong positiv auswirkte. Einen deutlichen Rückgang von 14,5 Prozent musste Friesland Campina beim Markenkäseabsatz hinnehmen, der besonders vom Russland-Embargo betroffen war.

Höhere Nachfrage in Afrika und Asien

„Mit der Aufhebung der EU-Milchquotierung wird die Volatilität auf den Märkten für Molkereiprodukte eventuell weiter steigen. Die Aussichten für Friesland Campina und die Mitglied-Milchviehalter bleiben jedoch positiv“, blickt Cees ’t Hart, CEO Royal FrieslandCampina, optimistisch in die Zukunft.

Für 2015 rechnet das Unternehmen weltweit mit einem um zwei bis vier Prozent größeren Milchangebot. Die Nachfrage nach Molkereiprodukten werde 2015 voraussichtlich leicht steigen, insbesondere durch die wachsende Mittelschicht in Asien und Afrika. Der relativ günstige Euro führe dazu, dass Molkereiprodukte aus der Eurozone besser mit Anbietern aus Ländern mit anderer Währung konkurrieren können, wodurch mehr Molkereiprodukte exportiert werden könnten.

Markt in China schwer einzuschätzen

Der Bedarf an Molkereiprodukten und Molkereirohstoffen in China sei dagegen schwer einzuschätzen. Ebenso wenig vorherzusagen sei ein Ende des russischen Boykotts. Selbst wenn das Einfuhrverbot aufgehoben werden sollte, werde sich die Nachfrage in Russland nicht schnell erholen. (SB)
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