Molkereibilanz

Emmi trotzt dem starken Franken


Emmi erzielte 2015 einen Nettoumsatz von 3,21 Mrd. CHF (minus 5,6 Prozent). Währungs- und akquisitionsbereinigt ist der Umsatz um 3 Prozent gesunken. „Damit hat Emmi den Euro-Schock besonders in den internationalen Märkten recht gut verdaut“, teilte der international tätige Schweizer Molkereikonzern mit. Die Aufwertung des Schweizer Frankens veranlasste viele Verbraucher aus der Schweiz im benachbarten EU-Ländern einzukaufen. Der Umsatz in der Schweiz ging gegenüber 2014 um 5 Prozent auf 1,89 Mrd. CHF zurück.

„Unser Auslandgeschäft leistete einen großen Beitrag, um die deutliche Umsatzeinbuße in der Schweiz zu mildern. Dass dies trotz der nötigen Preiserhöhungen für Exportprodukte gelang, zeigt, wie robust unsere Marken sind. Der Import- und Preisdruck in der Schweiz ist eine Herausforderung, mit der wir auch 2016 konfrontiert sind“, erklärte CEO Urs Riedener.

Die Division Americas, die neben den USA, Kanada und Chile auch Spanien, Frankreich und Tunesien umfasst, erwirtschaftete einen Umsatz von 840 Mio. CHF (minus 5 Prozent). Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseinflüsse ergibt sich ein Plus von 2,8 Prozent. Dieser liege unter den ursprünglichen Erwartungen von 3 bis 5 Prozent, was unter anderem eine Folge der anhaltend tiefen Milchpreise sei. In allen Märkten außer in den USA hatte Emmi mit negativen Währungseffekten zu kämpfen. Das organische Umsatzwachstum sei vor allem eine Folge der guten Entwicklung in Tunesien und in den USA. Hemmende Faktoren seien Chile und Frankreich gewesen.

In der Division Europa ging der Umsatz um 4,2 Prozent auf 509 Mio. CHF zurück. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte reduzierte sich der Umsatz um lediglich 0,8 Prozent. „Das ist angesichts der Euro-Schwäche, tiefer Milchpreise und der konsequent durchgesetzten Preiserhöhungen beachtlich und übertrifft die Erwartungen“, teilt das Unternehmen mit. Ein positiver Akquisitionseffekt resultierte aus der Beteiligungserhöhung an der Gläsernen Molkerei. Der negative Akquisitionseffekt ist eine Folge des Verkaufs von Trentinalatte.

Die niedrigen Weltmarktpreise schlugen voll auf den Umsatz der Division Global Trade durch. Der Umsatz fiel um 19,1 Prozent auf 135 Mio. CHF (bereinigt minus 17,3 Prozent). Die negative Entwicklung sei vor allem auf geringere Butter- und Milchpulverexporte zurückzuführen. An der bekannten Gewinnprognose für das Jahr 2015 fest hält Emmi fest. Den Ausblick für die Umsatz- und Reingewinnentwicklung im Jahr 2016 gibt Emmi anlässlich der Veröffentlichung der vollständigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2015 am 24. März 2016 bekannt. (SB)
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