Schweinemäster können Jungeber ohne Preisminderung an drei führende deutsche Schlachtunternehmen verkaufen. Die Ferkelkastration soll überflüssig werden. Abnahmegarantien für Jungeber ohne preislichen Abzug geben die Unternehmen Tönnies, Vion und Westfleisch. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, dass damit die Umstellung auf die Jungebermast möglich sein soll. Um auszuschließen, dass Fleisch mit Ebergeruch an der Ladentheke landet, werden die Schlachtkörper vorerst von Prüfern getestet. Die menschliche Nase sei erforderlich, weil eine „elektronische Nase" noch nicht praxisreif sei, stellt dazu die QS GmbH fest. Die Geruchstests werden Bestandteil der QS-Rahmenbedingungen.

QS hatte bereits Anfang 2009 die Koordinierungsplattform „Verzicht auf Ferkelkastration" mit dem Ziel ins Leben gerufen, Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zu finden. Zuvor hatten sich im Herbst 2008 der Deutsche Bauernverband (DBV), der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) und der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) für ein gemeinsames Vorgehen beim Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration ausgesprochen. (az)
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