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Prämie ermuntert Landwirte – Absatz problematisch

Agrarzeitung Ernährungsdienst 21. März 2007; Von Dagmar Behme, Frankfurt a.M.

In Polen wächst das Interesse an der Energiepflanzenprämie. Landwirte stoßen allerdings auf Schwierigkeiten, im Land Verarbeiter zu finden.

Die Energiepflanzenprämie wird in diesem Jahr in den zehn Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind, erstmals gewährt. Mit 45 €/ha ist die neue Beihilfe für polnische Landwirte recht attraktiv, denn die Direktzahlungen betragen in Polen bisher kaum mehr als 100 €/ha. Deswegen ist das Interesse groß. Das polnische Landwirtschaftsministerium will vorsorglich bei der EU-Kommission beantragen, dass in der gesamten EU die maximale Fläche für die Energiepflanzenprämie von derzeit 2,0 auf 2,5 Mio. ha aufgestockt wird, berichtet die polnische Tageszeitung Rzeczpospolita. Denn allein in Polen rechnet das Warschauer Ministerium mit einer Fläche von mindestens 700.000.ha.

Die polnischen Landwirte haben aktuell allerdings ein ganz anderes Problem. Wegen der auch in Polen ungünstigen Besteuerung von Biokraftstoffen werden dort zurzeit zahlreiche geplante Bioenergieanlagen nicht gebaut und die Kapazitäten der wenigen bestehenden Anlagen heruntergefahren. Deswegen wird es schwierig für die Landwirte, im Land überhaupt Verarbeiter für Energiepflanzen zu finden, mit denen sie Verträge abschließen können. Diese müssen bis 15. Mai unterschrieben sein. Deswegen hat Landwirtschaftsminister Andrzej Lepper in der vergangenen Woche wiederholt gefordert, mehr Steuererleichterungen für Biokraftstoff – vor allem Biodiesel – zu schaffen. Darüber ist seit Jahresbeginn ein Dauerstreit mit dem Finanzministerium entbrannt.

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