Im System der Saatgutvermehrung in Deutschland knirscht es. Das macht Hartmann bereits bei der Eröffnung des Saatguthandelstags deutlich. Die Finanzierung der Pflanzenzüchtung über Lizenzen und Nachbaugebühren brennt auch den VO-Firmen unter den Nägeln. Darum kritisiert Hartmann landwirtschaftliche Unternehmen, die einen kurzfristigen kleinen finanziellen Vorteil ziehen, indem sie keine Nachbaugebühren entrichten, dafür aber ein bewährtes System aufs Spiel setzen. „Unser Produkt Z-Saatgut hat keine Zeit, auf das Ende der Grabenkämpfe zu warten“, sagte er wörtlich.

Warnung vor der Gefährdung eines funktionierenden Systems

Hartmann appellierte an alle, das zukunftsweisende System der Saatgutvermehrung und Aufbereitung nicht zu gefährden. Es kämen beispielsweise mit den Zulassungen von Beizen weitere Herausforderungen auf die Branche zu, bei denen gemeinsames Handeln notwendig sei. Die VO-Firmen sehen sich als Bindeglied zwischen Pflanzenzüchtung und Landwirtschaft.

Hartmann fordert die Teilnehmer des Saatguthandelstages auf, das Branchentreffen als Gelegenheit zum Gespräch zu nutzen. ES stehen in Magdeburg eine Reihe an Themen auf der Tagesordnung, die die Gemüter erhitzen werden: Von der Hybridzüchtung über die Saatgutbandlung bis hin zu den Lizenzsystemen und neuen Züchtungstechniken. (brs)
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