Engländer wollen pünktlich entkoppeln


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England will pünktlich zum 1. Januar 2005 die Direktzahlungen von der Produktion entkoppeln. Sämtliche Flächen- und Tierprämien sollen von den Produktionsmengen gelöst werden. Im Jahr 2005 sollen 90 Prozent der Prämien abhängig von der historischen Erzeugung in den Jahren 2000 bis 2002 gewährt werden und 10 Prozent als einheitliche Flächenprämie. Der Anteil der einheitlichen Flächenprämie soll von Jahr zu Jahr zunehmen, bis im Jahr 2012 in England nur noch eine einheitliche Flächenprämie im Rahmen des Regionalmodells an die Erzeuger gezahlt wird. "Wir können in der Öffentlichkeit keine Prämien rechtfertigen, die allein auf Unternehmensentscheidungen beruhen, die dann zehn Jahre und mehr zurückliegen werden", begründete die britische Landwirtschaftsministerin Margaret Beckett ihre Wahl für eine einheitliche Flächenprämie.

Nordirland sieht ebenfalls nach einer Übergangszeit eine einheitliche Hektarprämie vor. Dagegen neigen Wales und Schottland zum Betriebsprämienmodell, bei dem die Erzeugung zwischen 2000 und 2002 zur Grundlage für die Prämienberechnung herangezogen wird. EU-Agrarkommissar Franz Fischler, der am Montag auf der Jahreskonferenz des britischen Bauernverbandes (NFU) sprach, stellte eine Umverteilung der Prämien zwischen den Landwirten kaum noch in Frage. Seine Warnungen vor dem Regionalmodell wiederholte er nicht. (Mö)

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