Enzympräparate werden bereits seit Jahren in Biogasanlagen eingesetzt. Sie sollen für einen beschleunigten Substrataufschluss sorgen, die Bildung von Schwimmdecken verhindern und helfen, die Betriebskosten zu senken. Im Projekt Biogas Enzyme untersuchten Wissenschaftler unter Federführung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) erstmals systematisch, welche Effekte der Einsatz von Enzymen hat.

Keine positiven Effekte in Praxisanlagen

Vier Jahre Forschung
An dem vierjährige Forschungsvorhaben beteiligten sich die Firmen Archea Service, ASA Spezialenzyme, Biogas Nord Anlagenbau sowie das Deutsches Biomasseforschungszentrum, das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens und das Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) förderte das Vorhaben über seinen Projektträger, die FNR. Den Abschlussbericht veröffentlichte die FNR in ihrer Projektdatenbank unter den Förderkennzeichen 22027707, 22006510, 22027608, 22028008, 22027808 und 22027908. (az)
In Labor-, Technikums- und Praxisanlagen wurden verschiedene Enzympräparate in Verbindung mit unterschiedlichen Einsatzstoffen, wie Maissilage oder Hühnertrockenkot getestet. Insbesondere bei typischerweise in der Praxis vorgenommenen Enzymzugaben direkt in einen mesophil betriebenen Fermenter seien keine positiven Effekte auf den Abbaugrad und die Abbaugeschwindigkeit feststellbar gewesen, teilte die FNR mit. Die in Batch- und Technikumsversuchen erzielten positiven Ergebnisse, wie zum Beispiel ein höherer Gasertrag oder eine Reduzierung der notwendigen Rührwerksleistung, konnten in den Praxisversuchen nur ansatzweise bestätigt werden.

Weitere Untersuchungen notwendig

Aus ökonomischer Sicht stünden den positiven Effekten durch eine höhere Gasproduktion und verringerte Substrat- und Betriebskosten die relativ hohen Kosten für den Enzymeinsatz entgegen, stellen die Autoren der Studie fest. Es konnten keine eindeutigen Auswirkungen auf die Stoffbilanzierung, jedoch tendenziell positive Effekte auf die Energiebilanzierung festgestellt werden.

Die erworbenen wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nun als Grundlage für weitere Forschungen zur Prozessmikrobiologie, für die Weiterentwicklung von Analysemethoden zur Prozessdynamik und für die Entwicklung von neuen Enzympräparaten dienen. (az)

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