Enzymhersteller wirbt für Zellulose-Ethanol

Ethanol aus Zellulose soll eine grünere Wirtschaft antreiben. Die Firmen, die Technologien entwickeln, hoffen auf staatliche Subventionen. Für einen schnellen Ausbau der Erzeugung solcher Biokraftstoffe der 2. Generation wirbt etwa Steen Riisgaard, Vorstandschef des dänischen Biotechnologieunternehmens Novozymes. Er nutzte in dieser Woche das Weltwirtschaftsforum in Davos, um eine neue Studie seines Hauses vorzustellen. Darin sind die Perspektiven für Zellulose-Ethanol in acht Agrarnationen, darunter die EU und die USA, analysiert worden.

„Eine riesige Ressource von landwirtschaftlichen Nebenprodukten kann nachhaltig geerntet werden", heißt es in der Studie. Sie kommt auf ein Potenzial von fast 18 Prozent aller Nebenprodukte, die als Rohstoff für Biokraftstoffe der 2. Generation dienen können. Damit sei es möglich, die Hälfte des Benzinbedarfs im Jahr 2030 zu decken, lautet die optimistische Prognose. Außerdem haben die Autoren der Studie errechnet, dass zusätzliche Agrareinkommen generiert und mehrere Millionen von neuen Arbeitsplätze weltweit geschaffen werden könnten. Die Verringerung der Treibhausgase bei voller Nutzung des Potenzials an Nebenprodukten aus der Agrarerzeugung beziffern die Autoren der Studie auf 80 Prozent.

Entscheidend ist es für Riisgaard, dass dabei keinerlei Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittlerzeugung entsteht. Er ließ jedoch in Davos keinen Zweifel daran, dass umfangreiche staatliche Subventionen erforderlich seien, um diese Ziele zu erreichen.

Novozymes ist eines der Konzerne, die sich seit Jahren mit dem enzymatischen Zelluloseaufschluss befassen. Ein weiterer Anbieter ist die niederländische DSM, die in dieser Woche ein Joint Venture mit dem US-Ethanolhersteller Poet bekannt gegeben hat. (db)
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